Weisheitszähne (dentes serotini - die dritten Molaren, sapientes) werden die hintersten Zähne (der 8. Zahn ab der Mittellinie) im menschlichen Gebiss genannt. Es gibt insgesamt vier Weisheitszähne. Sie entwickeln sich erst sehr spät (bei manchen Menschen ist eine Mineralisation des Weisheitszahnkeimes im Röntgenbild erst mit 14 Jahren nachweisbar) und brechen bei den meisten Menschen erst im Erwachsenenalter oder gar nicht durch. Daher rührt der Name "Weisheitszahn". Weisheitszähne gehören zu den Molaren, haben im Gegensatz zu diesen aber keine charakteristische Form. Beispielsweise existieren Weisheitszähne mit nur drei oder auch mit fünf Höckern. Auch die Anzahl der Wurzeln ist unterschiedlich. Teilweise sind die Wurzeln auch miteinander verwachsen oder hakenförmig gebogen, so dass eine Extraktion der Zähne erschwert wird. Weisheitszähne sind daher sehr oft ein Problem im menschlichen Gebiss. Sei es durch die erschwerte Pflege oder weil sie die anderen in der Zahnreihe stehenden Zähne verschieben können. Diese müssten dann erst kieferorthopädisch geradegerichtet werden. Deswegen müssen Weisheitszähne sehr oft gezogen werden. Immer häufiger werden sie auch bereits vor ihrem Durchbruch operativ entfernt.
Moderne, erfolgssichere Endodontie (Wurzelbehandlung) - eine zentrale Säule der Zahnerhaltung -
Die Wurzelbehandlung gehört mit zu den am häufigsten angewandten Behandlungsmaßnahmen in der Zahnarztpraxis. Sie wird dann notwendig, wenn ein Zahn abgestorben oder im Absterben begriffen ist und trotzdem ein Erhaltungsversuch unternommen werden soll. Statistisch gesehen hat jeder Mitteleuropäer mehrere tote Zähne im Mund.

Bei der Wurzelbehandlung entscheidet sich nicht nur das Schicksal eines Zahnes. Eine misslungene Wurzelbehandlung hat Folgen für die Gesundheit insgesamt, denn ein solcher Zahn kann ein dauerhaftes Störfeld und einen permanenten Zahnherd für den Körper darstellen. Deshalb entscheiden wir uns für ein Behandlungsprotokoll nach den Richtlinien der modernen Endodontie.


Was ist darunter zu verstehen?
Der harte Zahn hat einen weichen Kern. Die Pulpa, auch Zahnnerv genannt. Moderne Ernährung in Verbindung mit versäumter Prophylaxe zersetzen den Zahnschmelz und töten irgendwann den Zahn, was von heftigen Schmerzen begleitet sein kann, aber nicht muss. Soll der Zahn trotzdem erhalten werden, wird eine Wurzelbehandlung notwendig.
Besonders bei kompliziert aufgebauten Backenzähnen mit mehreren Wurzeln und oft noch mehr Wurzelkanälen ist das eine sehr aufwändige Maßnahme mit unsicherem Ausgang.

Der abgestorbene Zahnnerv wird mit kleinen Nervnadeln entfernt und der entstehende Hohlraum mit einer Wurzelfüllung aufgefüllt. In vielen Fällen ist der Zahn jetzt schmerzfrei und kann mit einer Füllung oder Krone versorgt werden.


Doch Vorsicht!
Untersuchungen zeigen, dass 80-90% der Wurzelbehandlung als Misserfolg angesehen werden müssen, was besonders für die kompliziert aufgebauten Seitenzähne gilt.


Wann gilt eine Wurzelbehandlung als erfolgreich?
Schmerzfreiheit des Zahnes allein reicht sicher nicht aus. Besonders die weit hinten stehenden Seitenzähne sind schwer zu erreichen und haben meist vier sehr enge Wurzelkanäle. Gelingt es nicht, den Zahn innenwandig restlos von allem abgestorbenen Gewebe zu säubern und den entstandenen Hohlraum vollständig und feuchtigkeitsdicht zu versiegeln, wird er zum idealen Lebensraum für Krankheitserreger. Diese erobern zunächst die direkte Zahnumgebung, wo sie chronische Entzündungen im Kieferknochen verursachen und über die Blutbahn dann in den ganzen Körper gelangen. Man spricht nun von einem Zahnherd. So ist es möglich, dass aus dem vermeintlich intakten, schmerzlosen Zahn, ein Krankheitsherd von übergeordneter Bedeutung wird. Solche Zahnherde können alle Organe und Körperregionen gesundheitlich belasten.


Was ist zu tun?
Ist es möglich, abgestorbene Zähne zu erhalten, ohne die Gefahr der Zahnherderkrankung zu riskieren?
In den letzten Jahren sind Behandlungstechniken entwickelt worden, die eine komplette und vollständige Aufbereitung der Wurzelkanäle und nachfolgend eine sichere, wasserdichte Hohlraumkonservierung ermöglichen. So behandelte Zähne belasten den Organismus im Allgemeinen nicht und Kieferentzündungen klingen ab. So kann sich wieder gesunder Knochen um die Wurzelspitzen bilden.


Was läuft anders bei der modernen Endodontie?
Es ist sehr eng und dunkel in den Wurzelkanälen, besonders wenn es weiter nach hinten in Richtung der Weisheitszähne geht. Ohne ein Mikroskop oder wenigstens einer beleuchteten starken Lupenvergrößerung geht nichts. Feine Kanäle werden mit bloßem Auge einfach übersehen und eine vollständige Reinigung bis zur Wurzelspitze ist so nicht möglich. Die Trockenlegung des Zahnes mit einem Spanngummi (Cofferdam) ist unverzichtbar, da sonst wird die Behandlung ein Fischen im Trüben mit einem ebensolchen Ergebnis wird.

Eine elektronische Längenvermessung der Wurzelkanäle ist sehr elegant und präzise. Außerdem erspart es unnötige Röntgenbelastung.

Die Aufbereitung der Kanäle geschieht wechselseitig manuell und maschinell mit speziellen hochelastischen Mikroinstrumenten, welche immer neu sein müssen, da ein Bruch der haarfeinen Instrumente in den Wurzelkanälen fatal wäre und unbedingt vermieden werden muss.

Organisches Material (der Zahnnerv) muss die Wurzel komplett verlassen, da es sonst einen idealen Nährboden für Keime darstellt. Dazu dient unter anderem eine speziell erwärmte Spüllösung, die mit Ultraschall in die Wurzel forciert wird.


Laserbehandlung:
Moderne Laserbehandlung erhöht die Erfolgsraten.


Wurzelversiegelung:
Nach intensiver Trocknung erfolgt die wasserdichte "Hohlraumkonservierung" bis an die Wurzelspitze mit Wurzelfüllmaterial.
Sind die Wurzelkanäle versorgt, muss auch der Zahnkern wieder restauriert werden. Wir verwenden dazu einen hochwertigen Verbundwerkstoff, der ebenfalls eine wasserdichte Verbindung mit der Zahnwand eingeht. Im Idealfall ist der komplette Eingriff in einer einzigen, sehr zeitaufwändigen Sitzung abgeschlossen!
Erst jetzt ist der Grundstein für eine Abschlussfüllung oder eine Krone gelegt. Derart rekonstruierte Zähne haben wieder eine gute Prognose und sind frei von Risiken und Nebenwirkungen für die Gesundheit und sehen wieder völlig naturgetreu und ästhetisch perfekt aus.


Erübrigt sich damit auch die gefürchtete Wurzelspitzenresektion?
Durch erfolgssichere Endodontie wird eine Wurzelspitzenresektion fast immer überflüssig! Andererseits: Bei unvollständiger Wurzelfüllung ist auch die Wurzelspitzenresektion nutzlos, weil dadurch der Zahninnenraum nicht keimfrei gemacht werden kann.

Moderne Endodontie ist ein Spezialgebiet der Zahnheilkunde und wird derzeit von einigen speziell ausgerichteten Zahnarztpraxen angeboten. Das liegt ganz sicher an dem ernormen Aufwand an Geräten und Instrumentarium, allen voran das Behandlungsmikroskop. Weiterhin ist ein sehr hoher zusätzlicher Schulungsaufwand notwendig. Andererseits ist es nicht jedermanns Sache, stundenlang konzentriert unter dem Behandlungsmikroskop zu behandeln. Dennoch lohnt sich der Aufwand für den Patienten immer, denn der Verlust eines Zahnes reißt eine Lücke in die Zahnreihe. Ein Implantatzahn könnte ihn zwar ersetzen, ist jedoch viel kostenaufwendiger, genauso wie eine Brückenversorgung.


Fazit:
Wenn Sie die letzte Garnitur eigener Zähne im Mund haben, ist professionelle Endodontie eine vernünftige Alternative zum Zahnverlust mit all seinen Folgen und erhält schöne Zähne ohne Nebenwirkungen.